Liebes Publikum,
der Vorhang fällt. Das Publikum applaudiert und verlässt einige Minuten später das Theater, während die Schauspielerinnen und Schauspieler sich abschminken und auf der Bühne bereits abgebaut und die Vorstellung für den kommenden Tag eingerichtet
wird. Dort, wo sich vor wenigen Minuten noch das große Drama ereignete, wird nun der Wischmopp geschwungen.
Von jeher bewegt sich Theater zwischen Behauptung und Realität, zwischen Schein und Sein. In der Illusion wird die Wirklichkeit abgebildet. Das Publikum weiß, dass ihm etwas vorgespielt wird, genießt es und lässt sich mitreißen.
Wir leben in einer Welt permanenter Inszenierungen, in der die Grenzen zwischen Realität und Behauptung immer fließender und die Möglichkeiten der Meinungsmanipulation immer mannigfaltiger werden. In dieser Spielzeit stellen unsere Stücke Menschen in den Mittelpunkt, die sich im Spannungsfeld zwischen subjektiver Wahrnehmung, Selbstinszenierung und Außenwirkung bewegen und dabei scheitern oder gewinnen.
In unseren Inszenierungen wollen wir die illusionistischen Mittel der Bühne im geschützten Raum des Theaters nutzen, um Sie mitzunehmen auf eine Reise zwischen Schein und Sein, zwischen dem, was wir zu sehen meinen und dem, was tatsächlich dahinterliegt. Dazu lade ich Sie – liebes Publikum – herzlich ein.
Möglicherweise gehen Sie mit mehr Fragen aus dem Theater, als Sie zuvor hatten, möglicherweise amüsiert, bewegt oder emotional aufgewühlt, aber in jedem Fall mit einem neuen Blickwinkel auf die »wirkliche« Wirklichkeit. Ich freue mich auf viele gemeinsame Abende und Begegnungen in unserem Theater.
Vorhang auf für die Spielzeit 2026/27!
Ihr Thomas Braus
